Kötterichen

Kötterichen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kelberg an.

 

Wappenbeschreibung:

Schild halbrechts und schräglinks geteilt, oben in Gold eine rote Lilie, vorne in Rot ein silberner Kelch, daneben links ein goldener Wecken, hinten in Blau ein aufgerichtetes goldenes Schwert, links daneben ein stehender goldener Bischofsstab.

 

Begründung:

Die Lilie weist als Mariensymbol auf die 1790 erbaute Marienkapelle hin.

Kelch und Wecken, als Symbol der Gastschenke, weisen auf die erste urkundliche Erwähnung, den Hofbesitze und Wirt Michel hin.

Das Schwert und der Bischofsstab, Symbole aus dem Gerichtssiegel Uess-Uersfeld, weisen auf die damalige Zugehörigkeit zu Uersfeld und auf den nahegelegenen Galgen für das Hochgericht des kurkölnichen Schulteissenamt Uersfeld hin.

Geographische Lage

Kötterichen liegt im Naturpark Vulkaneifel sowie im Landschaftsschutzgebiet Kelberg. Nordwestlich der Ortschaft erhebt sich der Galgenberg (554,5 m ü. NHN) und südlich der Jakobsberg (549 m). Die Stadt Ulmen befindet sich etwa 3 km südwestlich.

Richtstätte auf dem Galgenberg

Geschichte

Landesherrlich gehörte Kötterichen, ehemals Hof "Koderigh" (um 1620), Köttrichen oder Kottrichen genannt, bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Köln und unterstand der Verwaltung des Schultheissenamts Uersfeld im Amt Nürburg. Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Einführung neuer Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild (1798) wurde Kötterichen von der Mairie Ulmen im gleichnamigen Kanton verwaltet. Nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses wurde die Ortschaft 1816 der neugebildeten Bürgermeisterei Kelberg (ab 1927 „Amt Kelberg“) im preußischen Kreis Adenau zugeordnet.

 

Ortsgeschichte Kötterichen

Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kötterichen. Der Ort zählte am 31.08.2019 = 130 EW.
Die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.


Politik - Gemeinderat

Der Gemeinderat in Kötterichen besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

 


 

Ortsbürgermeister
Franz-Josef Jax

Hauptstr. 13
56767 Kötterichen
Tel.: 02657/940221
E-Mail: OG.Koetterichen

@t-online.de;

franz-josef.jax@t-online.de

 

Beigeordneter

Markus Klasen

Gartenstr. 3

56767 Kötterichen

Tel.: 0175 5700470

Email: bedachungen-klasen@gmx.de





Denkmäler und Kulturdenkmäler in Kötterichen und Umgebung

Die alte Köttericher Kapelle in der Dorfmitte


Schon 1724 erschien in den Kirchenrechnungen der Pfarrei Uersfeld eine Hauskapelle in Kötterichen. Unter Pastor Peter Michels wurde im Jahre 1790 die heutige Kapelle erbaut. Laut Aufzeichnungen von 1798 besitzt diese ein eigenes Glöcklein. Leider fehlt in der Kapelle ein Altar. Daher findet auch keine heilige Messe in Kötterichen statt.

Pastor Becker beauftragte in den letzten Kriegsjahren das Kirchenvorstandsmitglied Albert Klasen, die Glocke aus der Kapelle Kötterichen im Pfarrhaus in Uersfeld abzuliefern. Sie sollte zu Kriegszwecken mit den Glocken der Pfarrkirche eingeschmolzen werden. Weil die Glocke von Kötterichen einen Riss aufwies und für die Verwendung zum Kriegsmaterial nicht geeignet erschien, wurde sie zurückgestellt und geriet in Vergessenheit. Im Jahre 1990 wurde sie bei Aufräumarbeiten im Kirchturm in Uersfeld wiederentdeckt und fand nach einer Reparatur in der Glockengießerei Mark zunächst einen Platz im Chor der Pfarrkirche. Sie befindet sich heute wieder im kleinen Turm der Kapelle. 

Die Kapelle ist im Privatbesitz der Familie Klasen und wurde unter der Federführung von Theo Klasen (Foto oben Mitte + 2019) und Helfern aus der Gemeinde restauriert und in einen ansehnlichen Zustand gebracht. Sie ist in der Kulturdenkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz als Kulturdenkmal gelistet. 


Ehemaliges Gemeindebackhaus ("Backes")


Das Backhaus ("Backes") in Kötterichen ist ein eingeschossiger Fachwerkbau aus dem 19. Jahrhundert. Bis 1954 wurde das Backhaus von den Köttericher Hausfrauen wöchentlich genutzt, um ihre Brote und Kuchen zu backen. Die regelmäßigen Backtage sparten den Bäcker, den eigenen Ofen und Energie. Zudem stellte der Backtag ein wichtiges, der Nachrichtenübermittlung und Gemeinschaft förderndes, Datum dar. Hier wurden Neuigkeiten beim Warten auf Brot und Kuchen ausgetauscht. Ein weiterer Grund für die Errichtung der Backhäuser bestand darin, die Feuergefahr durch Backen in Einzelhaushalten zu vermindern. Das Köttericher Backes wird jährlich beim traditionellen Backfest am letzten Wochenende im Juli aktiviert und es wird dann Brot nach altem Brauchtum gebacken. Das Backhaus ist als Kulturdenkmal gelistet.


Die Kaiserlinde


Die Bezeichnung Kaiserlinde tragen Linden welche früher zu herausragenden Ereignissen in Zusammenhang mit dem Kaiser bzw. zu national bedeutsamen Daten gepflanzt wurden. In vielen Dörfern der Zentraleifel, so auch in Kötterichen, befindet sich ein grob behauener Basaltstein mit den Jahreszahlen 1813 und 1913. *)

Daneben steht ein Lindenbaum: Die Kaiserlinde.

 

Für Preußen war das Jahr 1813 in der Tat ein entscheidendes Jahr gewesen, denn mit ihm begann sein Wiederaufstieg zur Großmacht, die schließlich im Kaisertum gipfelte. Im Jahr 1913 feierte man im Deutschen Reich den 100jährigen Sieg über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig. Man hielt Festreden, errichtete Gedenksteine, prägte Sondermünzen — und pflanzte Bäume. Es war die Jahrhundertfeier der Befreiungskriege.

*) Das Jahr 2013 im Basaltstein in Kötterichen wurde ohne besonderen Anlass noch hinzugefügt.


Gerichtsstätten


Quelle: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier 2019

Die Gerichtsstätte (Der Galgen) des kurtrierischen Amtes Ulmen befand sich auf dem 549 m hohen Jakobsberg (südlich von Kötterichen). Das Plateau am Ort der Gerichtsstätte ist heute mit einem Gedenkstein versehen. Der Galgen des Schultheißenamtes Uersfeld/Uess stand hingegen auf dem Galgenberg (554 m) zwischen Kötterichen, Gunderath und Horperath.

Das Plateau am Ort der Gerichtsstätte

Der Galgenstandort

Die Beschriftung des Gedenksteines


Der Bergname "Jakobsberg" taucht erstmals in einer französischen Karte aus den Jahren 1810/11 auf, wobei vermutet werden darf, dass der Kartograph die Revolutionäre der Jakobiner symptomatisch ins Bild setzen wollte, die nach dem Sturm auf die Bastille Todesurteile im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verkündeten und vollstreckten. Zuvor hieß der Vulkan immer nur „Kahlenberg“ – eine von Bäumen und Sträuchern freie Anhöhe, um darauf ein kurfürstliches Prestigesymbol – den Gerichtsgalgen – respektvoll und weit sichtbar ankündigen zu können. So wird der Kegel auch heute noch im Volksmund als „Kinnejatt“ bezeichnet, was sich mit „Ankündiger“ übersetzen lässt. Damals, das heißt nach 1650, proklamierte der Galgen insbesondere Durchreisenden auf der alten „Weinstraße“ am östlichen Bergausläufer – verschiedentlich auch „Heerstraße“ genannt – die Schnittstelle der kurkölnischen und kurtrierischen Gerichtsbarkeit. Zuletzt erfahren wir über ein Grenzprotokoll aus dem Jahr 1732 vom dortigen Ulmener Gericht, womit der Galgenstandort gemeint wurde, dessen Fundament heute noch mahnend auf des Berges Spitze zu sehen ist.

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Schauprozess Anno 1620

Quelle: Heimjahrbuch-Vulkaneifel 1985


Quellen: Wikipedia u.a.

Kontakt:

Vorsitzende: Renate Kremer

Rosenstr. 5

56767 Kötterichen

Email: DG-Koetterichen@t-online.de

           © Dorfgemeinschaft Kötterichen e.V.  (F.J. Jax)